1. Welche Begriffe verbinden Sie spontan mit der DDR?
    Trabi, S50, Haushaltstag. Poliklinik.
  2. Woran erinnern Sie sich besonders gern?
    Dass man bei beruflichen oder privaten Problemen Hilfe bekommen konnte. Dass kein Chef gewagt hat zu meckern, wenn man mit ‘nem kranken Kind zu Hause geblieben ist.  Jedenfalls kenne ich keinen. Dass Kollegen keine Konkurrenten waren. Nicht nur bei uns im Krankenhaus, sondern allgemein überall.
  3. Woran denken Sie ungern zurück?
    Dass für manche Leute  Abtreibungen ganz  normal und eine Art nachgeholtes oder auch einziges Verhütungsmittel waren.
  4. Wie verlief Ihr Berufsweg?
    Medizinische Fachschule mit Internat, Krankenschwester. Viel gelernt und trotzdem Spaß gehabt.
  5. Was haben Sie in der Freizeit getan?
    Rockkonzerte (die genialen Jungs von Pankow), Führerschein gemacht, gelesen (auch Russen: Aitmatow)
  6. Wen aus der DDR verehren Sie besonders und wofür?
    Einer ist den einen Tag ein Held und am nächsten bloß noch ein nützlicher Depp. Vielleicht Modrow? Der ist sich treu geblieben und macht keinen Bohei um sich selbst.  Stefan Heym.
  7. Was hat Ihre DDR-Vita besonders geprägt?
    Alte Freundschaften, die Bestand haben.
  8. War das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander anders als heute?
    Es gab weniger zu verteilen, vielleicht war es deshalb nicht so kampfbetont.
  9. Welche Meinung hatten Sie 1990 zur Wiedervereinigung?
    Eigentlich dafür, trotz der aggressiven Besoffenen mit den Deutschlandfahnen.
  10. Welche Meinung haben Sie heute zum vereinten Deutschland?
    Deutschland ist heute ja so, wie es ist, auch durch die DDR, wie sie sein wollte oder angeblich sein wollte. Jetzt gibt es die DDR nicht mehr und damit ist ein Grund weggefallen, warum man überhaupt noch so tun soll, als ob man sozial ist.  Jedes Fitzelchen mehr Gehalt kommt als Gnade rüber, knapp am Bankrott vorbei. Jeder ist auf jeden neidisch. Die ohne Arbeit auf die mit, die mit Arbeit und wenig Lohn auf die mit Hartz IV,  die Angestellten auf die Beamten. Absicht?
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